Weltbeweger Soziotop Alfonsstrasse Aachen

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Erlebniswelt für Kinder: Ein kleines Paradies zwischen lauten Straßen

Mit viel Zeit und Kraft haben ehrenamtliche Helfer und regionale Organisationen es geschafft, mitten in Aachen einen tristen Innenhof zu einer grünen Oase für kleine Stadtbewohner umzugestalten. Hier können die Kinder erleben, was die Natur alles zu bieten hat.
Ein Brunnen, der zu sprudeln beginnt, sobald die Sonne scheint. Eine Wand, an der Kinder tasten, hören, riechen und beobachten können. Wiesen und Beete, die frischen Duft verströmen. Kurzum: Eine Oase mitten in Aachen, ein kleines Paradies für Drei- bis 15-Jährige, die sonst nur viel befahrene Straßen, vollgeparkte Straßenränder und grau asphaltierte Höfe gewöhnt sind. Die Rede ist vom Soziotop Alfonsstraße, einer mit Unterstützung von Nora Claus und Ursula Petzold geschaffenen grünen Erlebniswelt für rund 120 Kinder aus 25 Nationen in einem Stadtviertel, in dem überwiegend sozial schwache Familien zu Hause sind.

Trist und unansehnlich war der Spielhof der Kita und der Kinder aus der Mädcheninsel Alfonsstraße, als Nora Claus diesen Ende der 90er Jahre das erste Mal besuchte. Kein Ort, an dem Kinder sich wohl fühlen konnten und erst recht keiner, an dem sie aufwachsen sollten. Als Mitglied im Zonta-Club Aachen nahm Nora Claus die Sache in die Hand. Der Zonta-Club, ein Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortlichen Positionen, die sich unter anderem für die Umwelterziehung und soziale Projekte für Frauen und Kinder stark machen, ergründete zunächst die Wünsche der Kinder. Sie malten und bastelten ihre Vorstellungen von einem grünen Spielparadies.

Und sie wurden dabei ernst genommen: Unter den Architekturstudenten der Aachener Hochschule schrieb der Zonta-Club einen Ideenwettbewerb Soziotop Alfonsstraße aus. „Der Name Soziotop verbindet den Begriff Biotop mit einem sozialen, vorurteilsfreien Umgang untereinander“, erläutert Nora Claus. Die Studierenden entwarfen Pläne für die ökologische und pädagogische Umgestaltung des trostlosen Spielhofs. Zusammen mit dem Jugendamt und der Stadt Aachen prüften Nora Claus und ihre Mitstreiterinnen vom Zonta Club schließlich die Vorschläge und ermittelten die Kosten: rund 210.000 Mark. Knapp ein Viertel davon brachte der Zonta-Club durch wohltätige Aktivitäten auf. Den Löwenanteil finanzierten das Land NRW und die Stadt, unter anderem im Rahmen der Agenda 21 und des Projekts Aachen ökologische Stadt der Zukunft.

Drei Jahre dauerten die Planungen. Im April 2001 wurde schließlich der erste Spatenstich gesetzt und binnen drei Monaten aus einem grauen Hof eine grüne Oase. Nora Claus selbst leitete die Arbeiten, legte zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern aus dem Eltern- und Anwohnerkreis Beete an und pflanzte gemeinsam mit den Kindern Obstbäume, Blumen und Kräuter. „Wir wollen Kinder und Jugendliche für die Ökologie sensibilisieren“, erklärt Nora Claus. Neben einer Wand der Sinne und dem Pfad der Sinne mit unterschiedlichen Bodenbelägen gibt es ein Amphitheater und im Solarbrunnen drehen sich mit Hilfe von Sonnenenergie Skulpturen, angefertigt nach Entwürfen der Kinder.

„Kinder sollen möglichst früh lernen, was die Kraft der Sonne bewirken kann und wie sich alternative Energien nutzen lassen“, sagt Nora Claus und betont, dass die Kinder bei diesem Projekt den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen entdecken und: „Sie lernen sich gegenseitig zu verstehen und zu respektieren. Das fördert den gewalt- und vorurteilsfreien Umgang miteinander.“

Gefunden und geschrieben von Kristina Simons
Bearbeitet von: Marita Rinke

Expertentipp:
Rund 30.000 Euro hat der Zonta-Club Aachen in das Soziotop Alfonsstraße gesteckt. Um so viel Geld zusammen zu bekommen, eignen sich Großveranstaltungen. So wurde zum Beispiel ein Basar und ein Benefizkonzert organisiert.
Die übrigen rund 80.000 Euro haben das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Aachen im Rahmen der Agenda 21 und des Projekts Aachen ökologische Stadt der Zukunft zum Soziotop beigesteuert.

Bittere Mandel 5. 6. 19. Juni 2016

 

MÖRGENS JUNGES THEATER AACHEN

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BITTERE MANDEL

EINE PRODUKTION MIT JUGENDLICHEN AUS DEM TEENCLUB UND AACHENER SENIORINNEN

Manchmal sind sie hart und es ist bitter, ihnen zu begegnen – aber manchmal schützen sie uns auch: Grenzen. 9 Seniorinnen und 3 Jugendliche haben sich in einem ganz besonderen TeenClub auf die Suche nach den Grenzen ihrer Komfort-Zone begeben – mit tänzerischen Mitteln. Während der Arbeit stellte sich heraus, dass Grenzen beides sein können: Sie können einen schützen aber gleichzeitig sind sie bitter, wenn man immer wieder gegen sie ankämpft. Ein wenig wie Mandeln – sie können hart sein und bitter schmecken – aber Marzipan ist weich und süß…. Zusammen mit der Choreografin Yvonne Eibig und der Theaterpädagogin Katrin Eickholt ist ein Abend mit den persönlichen Grenzbildern der Teilnehmer entstanden.

Uhr; Eintritt 3,00 €. Leitung Katrin Eickholt. Choreografie Yvonne Eibig. Kostüme Klara Willinek. Mit Nora Claus, Barbara Gündel, Bhavata Hoffmann, Brigitte Huber, Christine Kluck, Heide Maue-Weynard, Regina Nienhaus, Judith Okon, Kornelia Vehring, Jule Urmes, Alina Wolff, Rena Zieger